Top 10 Automodelle, die von Diebstählen betroffen sind (USA)
Nicht nur Luxuskarossen sind begehrt. Häufig gestohlen werden in den USA vor allem weit verbreitete Volumenmodelle und Pickups – oft ältere Baujahre mit schwächerer Sicherungstechnik und hohem Teilewert. Wer sein Risiko senken will, kombiniert sichtbare Sperren mit digitaler Absicherung und einem GPS-Tracker für die schnelle Wiederbeschaffung.
Wie man Diebstahlslisten richtig liest
Die Ranglisten des National Insurance Crime Bureau (NICB) zeigen seit Jahren ein ähnliches Muster: Je verbreiteter ein Modell und je wertvoller seine Ersatzteile, desto attraktiver für Diebe. Ältere Baujahre fehlen oft moderne Wegfahrsperren, bei Pickups treiben gefragte Komponenten (z. B. Heckklappen, Motoren) den Schwarzmarktwert. Neuere Fahrzeuge sind besser geschützt – aber nicht unverwundbar, insbesondere bei Keyless-Systemen ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen.
Der US-Befund in Klartext
Im Hot-Wheels-Report 2017 dominieren zwei Gruppen. Erstens ältere Kompaktmodelle: Der Honda Civic (Baujahr 1998) lag mit rund 45 Tsd. Fällen vor dem Honda Accord (1997, ca. 44 Tsd.). Zweitens Full-Size-Pickups: Ford (2006, ca. 35 Tsd.) und Chevrolet (2004, ca. 30 Tsd.) sind wegen Verbreitung und Teilewert Dauergäste in der Spitze. In der zweiten Reihe tauchen auch relativ neue Volumenmodelle auf, etwa Toyota Camry (2017, ca. 17 Tsd.), Nissan Altima (2016, ca. 13 Tsd.) oder Toyota Corolla (2016, ca. 12 Tsd.). Ebenfalls gelistet: Ram Pickup (2001), GMC Pickup (2017) und Chevrolet Impala (2008).
Was heißt das für Sie?
Älteres Volumenmodell im Alltag
Investieren Sie in eine sichtbare Lenkradsperre und sichern Sie die OBD-Buchse. Parken Sie möglichst beleuchtet und kameraüberwacht. Ein kompakter GPS-Tracker erhöht die Chancen, das Fahrzeug im Ernstfall schnell wiederzufinden.
Pickup, Transporter oder Arbeitsfahrzeug
Pickups sind begehrt – nicht nur das Fahrzeug, auch Teile. Nutzen Sie zusätzliche Verriegelungen für Heckklappen und Werkzeugboxen, kombinieren Sie Abschlepp-/Bewegungsalarme mit Geofencing und führen Sie eine aktuelle Inventarliste der Ausrüstung.
Neueres Modell mit Keyless
Schützen Sie Funkschlüssel mit Signal-Blockern und deaktivieren Sie, falls möglich, Komfortfunktionen oder erhöhen Sie den „Sleep“-Schutz. Software-Updates vom Hersteller zeitnah einspielen. Ein verdeckt verbauter GPS-Tracker ergänzt den Schutz.
Der 3-Ebenen-Schutz für die Praxis
Ebene 1: Abschrecken und Hürden setzen
Lenkradkralle, Zusatzschloss, sichtbare Sicherungen. Beleuchteter Stellplatz, Kamera oder Wächterlicht. Diebe meiden Zeitverlust und Sichtbarkeit.
Ebene 2: Digitale Absicherung
Keyless-Relay-Schutz (Tasche/Box), OBD-Sperre, PIN-to-Drive (falls vorhanden), Alarm mit Erschütterungs-/Neigungssensor. Regelmäßig Software aktualisieren.
Ebene 3: Wiederbeschaffung sichern
GPS-Tracker mit Live-Ortung, Geozäunen und Sofort-Alarm bei Bewegung/Abschleppen. Getrennte Stromversorgung oder Pufferakku, verdeckte Montage und ein klarer 24-Stunden-Plan für den Ernstfall.
Der 24-Stunden-Plan bei Diebstahl
- Polizei verständigen und Aktenzeichen sichern.
- Versicherung informieren und Anforderungen für die Meldung klären.
- GPS-Ortung aktivieren, Geozonen-/Bewegungsalarme prüfen, Position dokumentieren.
- Standort ausschließlich über die Polizei verfolgen lassen – Eigeneinsätze vermeiden.
- Werkstatt- und Abstellplätze in der Umgebung informieren (Heckklappen/Teile-Hinweise).
- Schlüssel sperren lassen, Keyless-Komponenten resetten, Hersteller/Connected-Services einbinden.
Häufig gestellte Fragen
Warum stehen Alltagsautos und Pickups so oft oben?
Weil sie millionenfach unterwegs sind, ihre Teile begehrt sind und ältere Jahrgänge einfacher zu knacken sind.
Reicht die Serien-Wegfahrsperre?
Sie hilft, ist aber kein Allheilmittel. Die Kombination aus mechanischer Hürde, digitaler Absicherung und GPS liefert den größten Effekt.
Hilft ein GPS-Tracker wirklich?
Ja. Minuten zählen. Live-Ortung, Geofences und Abschleppalarme erhöhen die Chance auf schnelle Wiederbeschaffung deutlich.
Was bringt ein RFID-Blocker für Keyless?
Er verhindert Relay-Attacken, bei denen das Schlüsselsignal verlängert wird. Einfache Maßnahme mit großer Wirkung.
Gilt die US-Liste auch für Europa?
Modelle unterscheiden sich, das Muster bleibt: Verbreitete Fahrzeuge/ältere Baujahre und Nutzfahrzeuge sind überproportional betroffen.